Pressemitteilung:

MIT Main-Tauber, "Wie kommt die Kuh vom Eis? - Strategien aus der Wirtschaftskrise"

Dienstag, 12. Mai 2009

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Dr. Holger Bahr sprach beim MIT-Kreisverband Main-Tauber über Strategien aus der Wirtschaftskrise

Main-Tauber-Kreis. "Noch in diesem Jahr werden wir die Rezession hinter uns lassen." So überzeugt zeigte sich Dr. Holger Bahr, Leiter des Bereichs Volkswirtschaft der Deka-Bank, am Dienstagabend in Assamstadt.
Zur Auftaktveranstaltung der Reihe "Unternehmer im Dialog" hatte die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU Main-Tauber (MIT) eingeladen. In den Räumen der Ansmann AG ging es um die Thematik: "Wie kommt die Kuh vom Eis? Strategien aus der Wirtschaftskrise".
MIT-Vorsitzender Andreas Jouaux, FOR.UM Grünsfeld konnte sich über doppelt so viele Gäste freuen, wie erwartet wurde. "Dass 107 Personen gekommen sind, beweist, dass wir einen Nerv getroffen haben", erklärte Jouaux.
Per Doppelmoderation führte der jüngst gewählte Vorsitzende mit seinem Stellvertreter Joachim Döffinger, Volksbank Bad Mergentheim, durch das Programm.
Die MIT ist, laut Jouaux, der stärkste und einflussreichste politische Verband im Bereich des Mittelstandes. Deutschlandweit gehören ihr rund 40 000 Mitglieder an, zu denen Unternehmer, Führungskräfte und Selbstständige verschiedener Branchen zählen. "Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Kleine und mittlere Unternehmen sind die Keimzelle von Fortschritt und Innovation", verdeutlichte Döffinger. "Gerade in schwierigen Zeiten, in denen der Druck auf die Unternehmer wächst, sind Austausch und Erfahrung gefragt", ergänzte Jouaux.
Die Behauptung, dass ein Hoffnungsschimmer in Sicht sei, untermauerte Finanzexperte Bahr mit verschiedenen Indikatoren. Ein Beispiel: "Die Welt-Einkaufsmanagerindizes steigen seit Jahresbeginn." Ein fulminanter Aufschwung stehe jedoch nicht bevor. "An den Folgen der Krise werden wir noch schwer tragen." Als Gründe für eine nahende Stabilisierung der Konjunktur und Finanzmärkte nannte er die weltweiten Konjunkturprogramme, die Bankenrettungsschirme, den Rohstoffpreis-Rückgang und die schnelle Reaktion der Zentralbank. Beschönigen wolle er jedoch nichts: "Wir haben eine schmutzige, tiefe, heftige Rezession. Aber nach meiner Einschätzung sind wir noch Herr der Lage."
Die Angst, dass der Euro in Stücke bricht, versuchte Bahr den Zuhörern zu nehmen: "Die Euro-Zone hat für ein hohes Maß an Stabilität gesorgt. Es wird den Euro weiter geben." Die mittelfristige Inflationsgefahr halte er für begrenzt, da die stabilitätsorientierten Notenbänker eine Inflation vermeiden wollten. "So professionell wie sie uns bisher in der Krise begleitet haben, so werden sie uns auch wieder herausholen." Mit einer Leitzinserhöhung rechne er 2010.
An der anschließenden Diskussionsrunde beteiligten sich die Gäste aktiv. "Welchen Tipp würden Sie Bundeskanzlerin und Wirtschaftsminister geben, was Sie tun sollen?", lautete eine Frage. Bahr empfahl den beiden abwesenden Spitzenpolitikern bei dieser Gelegenheit, weiterhin bereit zu sein, gegen Rezession und Finanzkrise anzugehen und auch ein drittes Konjunkturprogramm in Betracht zu ziehen. "Wenn der Keil, den sie in die Abwärtsspirale geschlagen haben, nicht sitzt, müssen sie ihn noch einmal einschlagen." Ein anderer Zuhörer wollte wissen, wann genau es wieder aufwärts gehe. "Im zweiten Halbjahr 2009 werden Sie spürbare Nachfrage aus dem Ausland bekommen", prognostizierte Bahr.
Spediteur Roland Rüdinger aus Krautheim zeigte sich nach dem Vortrag zufrieden. "Ich nehme daraus die Erkenntnis mit, dass die Krise zu Ende geht." Die beiden schwierigsten Quartale seien wohl vorüber. "Der Vortrag deckt sich mit dem, was ich zur Zeit als Unternehmer erlebe. Wir haben momentan wieder einen besseren Auftragseingang."
Im Vorfeld des Vortrags hatten Ansmann-Vorstandsvorsitzender Edgar Ansmann und Vorstand Edgar Münch über die Krise aus der Sicht ihres Unternehmens gesprochen. "Sie hat auch bei uns zugeschlagen", bedauerte Ansmann. "Aber da wir eine Risikostreuung durch die drei verschiedenen Kernbereiche Konsum, Industrie und Modellbau haben, trifft es uns nicht voll." Dennoch werde kurzgearbeitet. "Das gilt nicht für die Bereiche Entwicklung und Vertrieb." Im Bereich Produktinnovationen sei Ansmann aktuell sehr stark. An erster Stelle stehe die Sicherung von Arbeitsplätzen. Dass es ein Leben nach der Krise gibt, daran ließ er keinen Zweifel. "Danach werden wir besser sein als zuvor" so Ansmann. Die Ansmann AG wurde 1991 in einer Garage gegründet und beschäftigt inzwischen weltweit 300 Mitarbeiter, davon 210 in Assamstadt. Als Vollsortimenter für "mobile Energie" steht Ansmann für hohe Qualität und Zuverlässigkeit. Produkte wie Ladegeräte, Netzteile und Akkus werden in Assamstadt entwickelt. Weitere Informationen unter www.mit-main-tauber.de.

Foto, von links nach rechts:
Joachim Döffinger, sv. Vorsitzender MIT Main Tauber
Dr. Holger Bahr, Leiter des Bereichs Volkswirtschaft der Deka-Bank
Andreas Jouaux, MIT-Vorsitzender und Geschäftsführer FOR.UM Media GmbH, Grünsfeld
Edgar Ansmann, Vorstandsvors. Ansmann AG
Erhard Münch, Vorstand Ansmann AG

Bei Fragen:
MIT Main-Tauber
Andreas Jouaux
Waltersberg 2
97947 Grünsfeld
09346-92240
anjo@for-um-media.de

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