Pressemitteilung:

MIT Mannheim, Veranstaltung mit Prof. Paul Kirchhof

Donnerstag, 22. Oktober 2009

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MIT Mannheim- Prof. Paul Kirchhof zu Steuern und Finanzen

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Prof. Paul Kirchhof fordert die neue Bundesregierung auf, ein deutlich vereinfachtes Steuersystem zu schaffen.
"Die Pläne dafür liegen bei uns in der Schublade", sagte der Direktor des Instituts für Finanz- und Steuerrrecht an der Heidelberger Universität bei dem Festvortrag der MIT Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung und der CDU im Mannheimer Schloss. "Für eine Reform brauchen wir keine Kommision", so Kirchhof bei der Veranstaltung, zu der rund 500 Besucher ins Schloss gekommen waren.
Kirchhof war 2005 Mitglied im Kompetenzteam von Angela Merkel und hatte mit seinen neuen Steuerplänen, die einen einheitlichen Grenzsteuersatz von 25 Prozent vorsahen, eine scharfe Debatte im damaligen Wahlkampf ausgelöst.Trotzdem hält Kirchhof an seinen Vorschlägen fest und verteidigt sie auch bei der MIT in Mannheim.
Es müssten dafür alle 547 Ausnahmen bei der Steuergesetzgebung gestrichen werden.
Er hält dies auch in der derzeitigen Finanzlage für
möglich. "Allerdings muss eine Reform sofort angegangen werden, sonst ist sie nicht mehr zu verwirklichen".
Hart ging Kirchhof mit den Finanzspekulanten ins Gericht, die die Wirtschaftskrise verursacht hätten. "Jede Rendite über acht Prozent ist fragwürdig", warnte der 66- Jährige davor, jetzt
wieder in die alten Untugenden zurückzufallen. Er setzt sich dafür ein, Banker deutlich stärker haftbar zu machen: "Das ist wie in der Seefahrt: Der Kapitän verlässt als letzter das Schiff."
Eloquent und bilderreich spannte Kirchhof den Bogen von Steuerpolitik zur Finanzwelt.
Die Veranstalter dankten Prof. Kirchhof für den "anregenden Vortrag" und wünschten sich, dass Union und FDP diese Vorschläge tatsächlich umsetzen.


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