Pressemitteilung:

Smart Grid - Warum muss das Stromnetz denken können?

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Smartgrid

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Kreisverband Böblingen, mit Oliver D. Doleski und Dr. Karl-Peter Hoffmann in den Stadtwerken Sindelfingen.

Die seit Jahrzehnten etablierten Strukturen in der Energiewirtschaft befänden sich im Umbruch. Spätestens mit der Energiewende 2011 seien die Ansprüche an zukünftige Energiesysteme deutlich erhöht worden, erklärte der stellvertretende Kreisvorsitzende und Mitglied des Landesvorstands der MIT, Hans-Dieter Schühle, bei der Begrüßung seinen zahlreichen Gästen gleich zu Beginn. Gebäude der Zukunft würden mit einer Vielzahl von Systemen außerhalb kommunizieren und Daten austauschen. "Die Ära des voll vernetzten Wohnens und Lebens beginnt.", so Schühle.

"Wir stehen erst am Anfang einer umfassenden Veränderung des gesamten Energiesektors", meint Oliver Doleski. Der Berater und Projektleiter aus der Energiewirtschaft vermutet, dass der Weg hin zu einem voll ausgebauten "Smart Grid", also zu einem intelligenten Netz, maximal ca. 15 bis 20 Jahre dauern könnte. Ein intelligentes Netz sei deshalb notwendig, da die Energieerzeugung zukünftig nicht mehr alleine durch wenige Großkraftwerke sichergestellt würde, sondern durch den wachsenden Anteil der erneuerbaren Energien in vielen dezentralen Clustern bzw. Erzeugungsverbünden erfolgen werde. Problemtisch hierbei sei vor allem das stark schwankende Angebot der erneuerbaren Energien. Sonne und Wind stehen nicht jederzeit in ausreichender Menge an jedem Ort gleichbleibend zur Verfügung, weshalb eine intelligente Steuerung und Speicherung zum Ausgleich dieser Schwankungen unerlässlich sei. "Der Weg führt uns von einem derzeit nachfrageorientierten Energieangebot zu einer in Zukunft tendenziell angebotsorientierten Energiebereitstellung", gab Doleski zu verstehen. Für den Verbraucher relevant seien in erster Linie intelligente Stromzähler, sogenannte "Smart Meter". Mittels dieser Technologie können Kunden ihr Verbrauchsverhalten von Strom, Wasser und Gas analysieren und gezielt beeinflussen. Bei Vorhandensein flexibler Energietarife könne der Verbraucher beispielsweise mit modernen Haushaltsgeräten, die dann vorzugsweise in "Niedertarif-Zeiten" arbeiten, signifikante Preisvorteile realisieren. In ferner Zukunft seien auch sogenannte "Super Grids" denkbar, intelligente Stromnetze, die sich auch über die Grenzen von Nationalstaaten hinaus steuern ließen, blickte Doleski abschließend aus.

Im Anschluss an seinen Vortrag beantwortete Oliver Doleski dem interessierten Publikum noch zahlreiche Fragen, wobei ihn Dr. Karl-Peter Hoffmann, in seiner Funktion als Geschäftsführer der Stadtwerke Sindelfingen, jeweils aus der Perspektive eines lokalen Stromerzeugers begleitete.

Bild - von links nach rechts:
Hans-Dieter Schühle, Oliver D. Doleski und Dr. Karl-Peter Hoffmann

< zurück

X